Strukturwandel ist nicht nur ein abstrakter Begriff aus Papieren, Konzepten oder Förderprogrammen. In Weißwasser wurde er jetzt ganz konkret erlebbar.
Im Rahmen des von der GIZ implementierten Projekts „Power4Just Transition“ kam am 23. April eine ukrainische Delegation in der Telux Hafenstube zusammen, um sich mit Akteurinnen und Akteuren aus der Lausitz über Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven des Strukturwandels auszutauschen.
Im ersten Teil des Workshops kamen Oberbürgermeisterin Katja Dietrich und Bürgermeister Hendryk Balko und bedeutende Akteure des Strukturwandels aus der Ukraine zu Wort. Dabei wurde schnell deutlich, dass Regionen trotz unterschiedlicher Ausgangslagen oft vor ganz ähnlichen Fragen stehen:
- Wie gelingt Wandel so, dass die Menschen ihn nicht nur aushalten, sondern aktiv mitgestalten können?
- Wie schafft man neue Perspektiven für Kommunen, Wirtschaft und Gesellschaft?
- Und wie können regionale Strukturen so weiterentwickelt werden, dass sie langfristig tragfähig sind?
Im zweiten Teil ging es noch stärker in die Praxis. Verschiedene Akteure diskutierten thematische Schwerpunkte und gaben Einblicke in ihre Arbeit. Auch wir hatten die Gelegenheit, unsere Perspektive einzubringen und vorzustellen, wie wir Strukturwandel in der Region begleiten. Stellvertretend waren Marie Federau und Emilia Grass von der Taskforce Strukturwandel vor Ort. Die ENO mit der Taskforce Strukturwandel wurde mit ihrem Ansatz vorgestellt, da wir im Lausitzer Strukturwandel intensiv mit den Kommunen unserer region zusammenarbeiten. 
Genau dieser Aspekt stieß auf großes Interesse. Denn Strukturwandel entscheidet sich nicht allein in großen Strategien, sondern ganz wesentlich vor Ort. Kommunen wissen am besten, wo konkrete Bedarfe bestehen, welche Ideen bereits da sind und wo Unterstützung gebraucht wird. Die Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden ist deshalb kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Baustein erfolgreicher Transformation. Wer Wandel nachhaltig gestalten will, muss die kommunale Ebene und die Gesellschaft mitdenken. Nicht irgendwann, sondern von Anfang an.
Der Austausch in Weißwasser hat gezeigt, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Die Lausitz ist seit Jahren ein Raum, in dem der Strukturwandel intensiv diskutiert, erprobt und gestaltet wird. Gleichzeitig ist das Thema längst nicht auf die Region begrenzt. Auch in der Ukraine stellt sich die Frage, wie wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungsprozesse gerecht, nachhaltig und zukunftsorientiert organisiert werden können. Gerade deshalb war der Blick über regionale und nationale Grenzen hinaus besonders spannend. Es ging an diesem Vormittag also um weit mehr als nur um einzelne Projekte. Es ging um Erfahrungen, die verbinden. Um Herausforderungen, die viele Regionen teilen. Und um die Erkenntnis, dass Strukturwandel heute nicht nur in der Lausitz, sondern auch in der Ukraine und international ein wichtiges Thema ist.
Wir danken herzlich für die Möglichkeit, an dieser Veranstaltung teilzunehmen, unsere Arbeit vorzustellen und mit den Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen. Strukturwandel wird dann besonders wirksam, wenn Wissen geteilt, Erfahrungen offen diskutiert und kommunale Perspektiven ernst genommen werden.
Vielen Dank für die Bewertung dieses Beitrags.





































