Kluge Sachen statt leerer Kassen – was Kommunen voneinander lernen können

Kluge Sachen statt leerer Kassen – was Kommunen voneinander lernen können

Wie können Kommunen trotz knapper Kassen neue Handlungsspielräume schaffen? Welche Rolle spielen erneuerbare Energien, Digitalisierung und Eigeninitiative? Und was braucht es, damit aus einer guten Idee tatsächlich ein erfolgreiches Projekt wird?


Bei unserer Veranstaltung „Kluge Sachen statt leerer Kassen“ im Hafencafé am Berzdorfer See standen genau diese Fragen im Mittelpunkt. Gemeinsam mit zahlreichen Vertretern aus Stadt- und Gemeinderäten haben wir uns Beispiele angesehen, die zeigen: Auch kleinere Kommunen können große Projekte auf den Weg bringen. Entscheidend sind nicht nur Geld und Technik – mindestens genauso wichtig sind Akzeptanz, Ausdauer und gemeinsames Handeln.

Einfach mal machen – aber gemeinsam
Vielleicht lässt sich die wichtigste Erkenntnis des Tages mit einem einfachen Gedanken zusammenfassen: Es braucht eine Kultur des gemeinsamen Machens.
Das bedeutet nicht, Projekte ohne Planung zu beginnen. Im Gegenteil: Erfolgreiche Vorhaben brauchen Wirtschaftlichkeit, langfristige Perspektiven und breite Unterstützung. Aber irgendwann braucht es auch Menschen, die Verantwortung übernehmen und den ersten Schritt gehen.
Die vorgestellten Beispiele zeigen außerdem, dass erfolgreiche kommunale Entwicklung Zeit braucht. Manche Strukturen sind über Jahrzehnte gewachsen. Entscheidend war dabei immer wieder: Es gab einen konkreten Bedarf, eine wirtschaftlich tragfähige Idee und Menschen, die bereit waren, gemeinsam daran zu arbeiten.

Kluge Collage

Feldheim: 130 Einwohner und ein eigenes Energienetz
Besonders eindrucksvoll ist das Beispiel Feldheim. Der kleine Ort mit rund 130 Einwohnern zeigt, welche Möglichkeiten selbst sehr kleine Gemeinden haben können. Um erneuerbare Energie vor Ort nutzen zu können und bestehende infrastrukturelle Engpässe zu überwinden, wurde ein eigenes lokales Energienetz aufgebaut.
Gleichzeitig macht das Beispiel deutlich, dass solche Lösungen nicht einfach auf jeden Ort übertragen werden können. Bereits in einem Nachbarort ist eine vergleichbare Struktur nicht entstanden, weil die notwendige gemeinsame Zustimmung vor Ort fehlte.
Genau darin steckt eine wichtige Botschaft: Gute Beispiele liefern Ideen – aber jede Kommune muss ihren eigenen Weg finden.

Etteln: Infrastruktur selbst in die Hand nehmen
Auch Etteln zeigt, was möglich ist, wenn eine Gemeinde ihre Entwicklung aktiv gestaltet. Hier standen insbesondere Digitalisierung, Infrastruktur und die Eigeninitiative vor Ort im Mittelpunkt. Der eigenständige Ausbau eines umfangreichen Glasfasernetzes macht deutlich, welche Kraft entstehen kann, wenn Bürger, Kommune und weitere Partner gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Feldheim und Etteln sind unterschiedlich groß und verfolgen unterschiedliche Ansätze. Gemeinsam ist ihnen aber eine Haltung: Probleme nicht nur beschreiben, sondern nach Lösungen suchen und diese konsequent verfolgen.

Infrastruktur bleibt der Schlüssel
Eine weitere zentrale Erkenntnis betrifft die Netze. Ob Energiewende oder Digitalisierung – ohne leistungsfähige Infrastruktur funktionieren viele gute Ideen nicht. Stromnetze, Wärmenetze, Glasfaser und weitere technische Infrastrukturen entscheiden zunehmend darüber, welche Entwicklungsmöglichkeiten eine Kommune hat.
Gerade beim Ausbau erneuerbarer Energien wird deutlich, dass nicht allein die Erzeugungsanlagen entscheidend sind. Die erzeugte Energie muss auch transportiert, verteilt und vor Ort genutzt werden können. Infrastrukturplanung wird damit immer stärker zu einem Bestandteil kommunaler Zukunftsplanung.

Der Blick über den Tellerrand lohnt sich
Infrastruktur allein schafft jedoch noch keine erfolgreiche Entwicklung. Die Beispiele aus Feldheim und Etteln haben gezeigt, dass technische Lösungen nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn Kommunen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und erfolgreiche Ansätze auf ihre eigenen Rahmenbedingungen übertragen. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen wird der Austausch über gute Ideen, bestehende Hürden und praktische Lösungswege zu einem wichtigen Erfolgsfaktor kommunaler Entwicklung.
Genau diesen Austausch möchte die Taskforce Strukturwandel der ENO weiter fördern. Die vielen Gespräche und Anregungen vom Hafencafé am Berzdorfer See nehmen wir deshalb mit in unsere weitere Arbeit. Weitere Veranstaltungen zu Themen wie kommunaler Haushalt und Daseinsvorsorge sollen folgen.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Referenten Ullrich Ahle aus Etteln, Bgm. A.D. Michael Knape aus Feldheim und Dirk Neubauer von dorf.energy (dne.partners) sowie an alle Teilnehmer für den offenen Austausch.
Die Präsentation unserer Referenten aus Feldheim finden Sie hier zum Download:
Michael Knape, NEF

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