Glasland Lausitz – Kann ein regionales Erbe zum wirtschaftlichen Zukunftsfeld werden?

Glasland Lausitz – Kann ein regionales Erbe zum wirtschaftlichen Zukunftsfeld werden?

Glas gehört seit Jahrhunderten zur Lausitz. Aber welches wirtschaftliche Potenzial steckt heute und künftig darin?

Darüber haben wir am 30. September 2026, noch vor der offiziellen Eröffnung, im neuen Bahnhof Weißwasser mit 25 Akteuren aus Wirtschaft, Tourismus, Bildung, Kultur und Verwaltung gesprochen. Jetzt ist deutlich geworden, wo wir beginnen und wie es weitergehen kann.

Von den Ideen zu den Akteuren
Die Taskforce Strukturwandel der ENO mbH begleitet den Prozess, die Stadt Weißwasser hatte um Unterstützung gebeten. Nach dem „Lausitz Café” im April lagen bereits viele Ideen auf dem Tisch. Jetzt haben wir die relevanten Akteure zusammengebracht.

Glasland neu

Impulse zum Auftakt
Nach dem Grußwort von Oberbürgermeisterin Katja Dietrich gab ENO-Geschäftsführer Sven Mimus einen Überblick zu „Glas in der Lausitz”. Sally Winkler und Susann Pianski-Lehmann zeigten am Beispiel des GlasCampus und des Glaskompetenzzentrums Torgau, wie Ausbildung, Weiterbildung und Forschung rund um Glas zusammenwachsen.

Das haben wir mitgenommen
• Welche Glasproduzenten gibt es, welchen Anteil hat die Branche noch, wo gibt es Museen und Angebote?
• Eine gemeinsame Strategie für mehr Absatz und mehr Besucher
• Recruiting von Glasbläsern und Glasmachern, Jugend einbinden
• Museumsarbeit, die über Öffnungszeiten hinausgeht, und regionale Glasprodukte
• Glas wieder sichtbarer machen
• Chancen mit Tschechien und Polen

Und ein Feedback hat uns besonders gefreut: „Glasland Lausitz ist ein guter Claim!” Oder, wie es ein Teilnehmender formulierte: Die Lausitz hat eine GLASklare Zukunft.

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Unsere gemeinsame Vision
Das Glasland soll Glasproduktion, Handwerk, Wissen, Design, Glasmuseum und Tourismus verbinden, das industrielle und kulturelle Glaserbe sichern und daraus neue wirtschaftliche Perspektiven entwickeln. Dabei stärken wir bestehende Einrichtungen und Unternehmen, statt vorschnell neue Strukturen zu schaffen, und leiten aus gemeinsamen Bedarfen erste realistische Vorhaben ab.

Der Leitgedanke: Das Glasmuseum als Anker, nicht als Endpunkt.

Die Vision beschreibt eine mögliche Entwicklung. Über Projekte, Trägerschaft und Finanzierung ist noch nicht entschieden.

Wo soll begonnen werden?
Es soll in einem zusammenhängenden Kernraum gestartet werden: Weißwasser und sein historisch verbundener Glasraum, zunächst mit den Verbindungen über Rietschen und Bad Muskau bis Döbern. Bildungs-, Forschungs- und Branchenpartner können überregional eingebunden werden, Kooperationen mit Tschechien und Polen bleiben möglich.

Wir schlagen drei themenbezogene Gesprächsrunden vor:
1. Glasmuseum, Glaserbe und Erlebnis: Museum stärken, Wissen sichern, Schauwerkstatt, Glasroute
2. Glaswirtschaft, Produkte und Fachkräfte: Bedarfe der Unternehmen, Nachwuchs, Qualifizierung, Produktideen
3. Tourismus, Vermarktung und regionales Erlebnis: Angebote verbinden, regionale Produkte, gemeinsame Sichtbarkeit

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Fotos: @Paul Glaser

Die Runden sind kein geschlossener Kreis und keine Mitgliedschaft. Alle Teilnehmenden sowie weitere Interessierte können sich einbringen. Der Kreis soll unter anderem um die Waldeisenbahn und die Fürst-Pückler-Stiftung erweitert werden. Auch die Interessengruppe UNESCO 5, die am Tisch vertreten war, soll weiter gehört werden.

Als Nächstes sammeln wir Interessenbekundungen und Projektideen, konkretisieren die Runden und laden nach Abstimmung ein. Erst danach entscheiden wir, welche Startprojekte sinnvoll und machbar sind.

Ein Zusammenschluss muss konkrete Probleme lösen. Nach einem Jahr fragen wir deshalb kritisch: Was wäre ohne das Glasland nicht entstanden? Zum Beispiel eine erste Zusammenarbeit von Museum und Industrie, gesichertes Wissen, ein Fachkräfteprojekt, ein gemeinsames Besucherangebot oder eine gemeinsam erschlossene Finanzierung.

„Glasland Lausitz” ist bislang ein Arbeitstitel. Die Resonanz zeigt aber, dass der Claim trägt. Wer als Unternehmen, Forschungseinrichtung, Handwerksbetrieb oder Kultur- und Tourismusakteur mitgestalten möchte, mit einem konkreten Anliegen oder einer Idee, erreicht uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Vielen Dank an alle, die dabei waren!

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